Die Wandmalereien nehmen im Fenschtal einen besonderen Stellenwert ein – denn sie sind neben Werken anderer Künstler sehr stark von der Persönlichkeit Greg Gawras geprägt.

Am 26. April 1954 in Nilvange im Arbeitermilieu geboren, gibt sich der ukrainischstämmige Greg Gawra sehr gerne als „Ethnologe der Straßen- und Kneipenszene“. Er beobachtet gerne die Leute, um sie zu verstehen, aber vor allem um sie zu provozieren und „zu sehen, was in ihrem Bauch rumort“.

Seine Wandbilder veranschaulichen das industrielle und ländliche Erbe der Region, wo die Bilder ihren Platz gefunden haben und das Gestern mit dem Heute verweben. Die in Trompe-l’œil-Technik dargestellten Ereignisse und Situationen sind meist Fotografien aus dieser Zeit oder über gründliche Familienforschung örtlichen Traditionen nachempfunden.

Jedoch ähneln die Charaktere den Einwohnern bzw. den Verwandten des Malers quer durch alle Generationen und spiegeln oft alle möglichen Rivalitäten wider. Denn die Vorgehensweise von Greg Gawra vermischt – abgesehen von einem Hauch Provokation – historische Genauigkeit und Anekdote.

Seine vielen Wandbilder sind heute in der Moselregion, in Pas-de-Calais, in der Champagne und sogar in Deutschland zu sehen. Bestimmte Fresken sind direkt von außen, also von den Gebäudemauern aus sichtbar, während andere nur über Vorräume zu entdecken sind (Zutritt über Museen, Bars, Restaurants etc.)

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